Gegründet 2012 von Kristóf Szabó, F.A.C.E. Visual Performing Arts verbindet Visuelle Kunst und performing arts. Unsere Praxis kann beschrieben werden als das Erschaffen von tätigen Bildern (Bildakt), sie ist das intermediale Erforschen der Verzahnung von Embodiment- und Bild-Theorie. Eine unserer zentralen Thesen ist: „Der gesamte Körper nimmt wahr.“
Kristóf Szabó – Ein Kurzfilm von Joseph VicaireSHOWREAL (3 Min) F.A.C.E. Ensemble WORKS
Den Körper sehen wir als Teil der Welt – die wir konsequent Mit-Welt statt Um-Welt nennen. Mit dem installierten Raum (Objekte, Video- und Mapping-Art, Kostüm) arbeitet der Performer* – er* findet keinen leeren Raum vor, wenn er die Bühne betritt. Die Welt ist eine historisch gewachsene sich wandelnde biologisch-physikalische Größe (Auch seine Nicht-Existenz ist da, ist Vorhanden-Sein). Die Welt zu leugnen ist eine Sach-Gasse, den Performer* von der Mit-Welt isoliert einzusetzen, macht es dem Zuschauer einfach – doch diese Praxis stellt eine Labor-Situation dar; wir brechen mit dieser Technik des XX. Jahrhunderts und wenden uns der Beschreibung zu von dem, was wir sehen, wenn wir nicht in unserem Labor auf unsere Reagenzgläser, sondern bei weggezogenem Vorhang durch das Fenster in die Welt hinaus schauen.
AKTUELLE INSZENIERUNGEN (in voller Länge):Dokumentation: K. Szabó VENEDIG + DER TOD (2022)Documentation: Aischylos/Marinetti PROMETHEISCHE KULTUR (2020)Documentation: K. Szabó BORDERS.BIRDS (2019)Documentation: Lord Byron/K. Szabó KAIN meets LUZIFER (2019)
Wir sind nicht allein am Ergebnis interessiert. Wir erforschen ebenso neue Wege der Enthierarchisierung der Strukturen der Produktion. Dabei sind wir auch Teil jener Aktivitäten, welche mit den Folgen der Theorien zur Biopolitik sich auseinandersetzen.
Mit unserem ästhetisch-aisthetischen Experiment überwinden wir das Vermächtnis der Avantgarde, einer ersatz-religiösen Konzeption aus dem XX. Jahrhundert, die das Leben als Krieg, sich selbst als die Speerspitze/den Vorhut eines Heeres ansah, das angetreten war zu siegen. Tatsächlich sind Künstler* dieser Tradition in unseren Augen Päpste*, Büßer*, Mönche*, Glöckner*, Gläubige* auf der Kreuzfahrt, und nicht einfach Forscher* des befreiten Geistes auf der naiven Entdeckungsreise. So sind uns Theorien und Positionen suspekt, welche den Verzicht predigen auf diese oder jene Möglichkeit, Spielvariante, Farbe, Geschmack, Winkel des einfallenden Lichts. Alles ist möglich. Es gibt alles. Alles lebt und stirbt. Nichts kann sich entziehen. Nichts steht drüber. Nichts ist die Summe von etwas. Nichts die Essenz. Alles bewegt sich, ist: in motion. Alles bedingt einander, entsteht und vergeht gegenseitig.
F.A.C.E. basiert auf der intermedialen Tradition (so das Barock-Theater) und rekurriert auf einen vielschichtigen Wissensbegriff, der es ermöglicht, neben den kognitiven auch die sensorischen, affektiven, motorischen und spirituellen Dimensionen von Wissen in die Aufführungspraxis zu integrieren. Für den Menschen des XXI. Jahrhunderts ist das Leben im permanenten Krieg keine Perspektive; für ihn sind Diversität, Vielheit und die Vernetzung von Multiversen zu einer multi-dimensionalen Mit-Welt eine in die Zukunft weisende Selbstverständlichkeit.
Unser choreografischer Ansatz erforscht den (biologisch) vermögenden Körper, den Impuls Potenziale zu öffnen und bis zum Flow (Rausch) zu entfalten. Dabei richtet sich das Interesse (z.T. unter Einbeziehung von Zuschauern) auf einen Ritualprozess zur Loslösung von der herrschenden Sozialordnung oder von den herrschenden Denk- und Wahrnehmungs-Prozessen und -Methoden.
Wie die Spät-Renaissance aus dem Mittelalter ausbrach und entdeckte, was alles der Mensch sein kann – so bricht das digitale Zeitalter des XXI. Jahrhunderts aus der Welt der Ersatzreligionen und Ideologien/Diktaturen des XX. Jahrhunderts aus und entdeckt, was alles die Welt sein kann. Auf dieser Grundlage inszenieren wir das Aufeinandertreffen von Mensch, bewegten Perspektiven, Lebens-Raum und Mit-Welt.
Unsere Vorgehensweise ist, classisches Theater-Material, Mythen und zeitgenössische Narrationen vom Standpunkt des Embodiment neu zu lesen.
„Wenn die Welt in deinem Kopf ist – wo ist dein Kopf?“ (Kristóf Szabó)
Trailer GEHIRNE.AVATARE – Die Schöpfung stirbtTrailer Showreel F.A.C.E. Ensemble
IMPRESSIONEN AKTUELLER INSZENIERUNGEN:
BRAINS.AVATAR – über Transhumanismus von Kristóf Szabó (in Korrespondenz mit den frühen Arbeiten von Gottfried Benn) K. Szabó F.A.C.E Ensemble Schauspiel | TheaterTanz | Projection-Art
Das Ergebnis ist eine physische Performance, choreografiert und visuell komponiert als ein Strom von essentiellen und bewegten Bildern, die von jedem Zuschauer individuell interpretiert werden können.
„Kunst soll Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die nicht dieselbe Sprache sprechen.“ (Kristóf Szabó)
„Nicht, was der Mensch erlebt, sondern die Schlüsse, die er daraus zieht, machen den Unterschied.“ (Kristóf Szabó)
„Gestern war morgen.“ (Magó Szabó)
In diesen Tagen führen uns die Veränderungen in der Welt zurück zu den Wurzeln unserer Konflikte. Das Denken in Kategorien wie „gut“ „böse“ „ich“ „du“ „wir“ „sie“ hilft uns, am Leben zu bleiben (da wir eine biologische Spezies sind) – aber diese Art des Denkens verdrängt die Struktur der Konflikte. Diese lösen sich nie auf, sondern nehmen neue Erscheinungsformen an. Ein Paradoxon, das sich nicht mit Worten beschreiben lässt, ohne zu sehr zu vereinfachen.
Wir sind in der Kunst, um Bilder zu schaffen. Wir stellen das Bild auf eine analytische, wissenschaftliche Grundlage, um die Wurzeln und auch die Blätter (die zeitgenössische Erscheinung) unserer Konflikte auszudrücken – denn wir denken, dass die Konflikte vom Menschen gemacht sind; sie können gelöst werden! Wir sollten uns ihnen weiterhin auf einer strukturellen und komplexen Ebene stellen.
Unsere Bilder sollten den ultimativen Grund berühren – das ist das Chaos: das ist das Territorium, das wir erforschen wollen; sie sollten die Komplexität der Struktur des menschlichen Lebens zusammenfassen und sie sollten an den Herd gehen.
Der künstlerische Leiter und Choreograf Kristóf Szabó arbeitet mit freischaffenden Künstlern vieler verschiedener Disziplinen zusammen, um Bilder auf die Bühne zu bringen, die sprechen, tanzen und spielen.
Seit 2009 kooperieren wir mit Ivó Kovács CV, einem weltweit tätigen Projektions- und Mapping-Künstler.
Aufgewachsen in einem postmodernen kulturellen Umfeld, strebt Kristóf eine intermediale Aufführungspraxis an, die keine Grenzen zwischen den Künsten kennt.
Wir wollen dabei sein, wenn unsere neue Welt entsteht. Die Konflikte des XXI. Jahrhunderts unterscheiden sich sehr von den Konflikten früherer Zeiten. Einige Werte sind es wert, beibehalten zu werden – die bipolare Veranlagung des menschlichen Denkens ist eine Falle; wir sollten sie überwinden. Wie können wir in diesem Jahrhundert der Robotik und der künstlichen Intelligenz neue Denk- und Lebensweisen weiter erforschen? Wie können wir gleichzeitig die Werte der Menschheit retten?
In diesen Tagen der Angst wollen wir für die Menschenrechte auf einer sehr grundlegenden Ebene kämpfen. Für das Recht auf Brot, das Recht zu essen/trinken, das Recht zu ficken, das Recht zu denken, das Recht zu sprechen.
PRESS: …TESZT Festival presented a very important show for human rights, diversity, understanding… (Written by Dieter Topp for Forum Europa about the piece K. Szabó: COMING OUT, first staging 2017.)
PRESS: …With his 10 performers Szabó develops a passionate appeal for Humanity. (…) And an alarm signal for fragile democracies. (Published in Kölner Stadt-Anzeiger, written by BS about W. Hasenclever: ANTIGONE, directed by K. Szabó, first staging 2016.)
KRISTÓF SZABÓ: Warum verwandeln wir das Leiden des Menschen in Schönheit, statt in eine Revolte?
Mehr hierzu: Kristóf Szabó CV
Mehr hierzu: Ivó Kovács CV
“Melancholie ist implodierende Bestürzung.” (Kristóf Szabó)
Melancholy is imploding panic.” (Kristóf Szabó)
“Es gibt genug Licht für die, die zu sehen verlangen, und genug Dunkelheit für die, welche eine gegenteilige Neigung haben.” (Blaise Pascal)