PRESSE:
„Durch die eindringliche Symbolsprache wird immer wieder deutlich, worum es hier wirklich geht: Gut und Böse, Teufel und Gott werden präsentiert als leere Versprechungen der reinen Lehre, die als Legitimation von Macht und Deutungshoheit herhalten müssen. Auch die Zuschauer werden dabei clever in das Spiel eingepflegt und müssen nicht nur moralische, sondern auch machtpolitische Fragen beantworten.“ Florian Holler in: Choices online 20.03.2018
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Das Ende des Rationalismus – und der Beginn eines Kampfes um die gute Regierung in einem guten System – eine Revolution im Namen Gottes.
PRESSE
„Es ist eine Welt der Männer, in der sich in der Orangerie/Theater im Volksgarten die junge Theresia Erfort als Hoffnungsträgerin zu behaupten hat. Mit kraftvollen, sinnlichen Bildideen auf der Bühne und mit eindrucksvollen Videoinstallationen (Ivó Kovács) etabliert Szabó das Geschehen. Thomas Krutmann als Thibaut, Dunois und Talbot, sowie Maximilian von Mühlen als Bertrand, La Hire und Lionel präsentieren mit eindringlichem Körpertheater zwischen pointierter Persiflage und überzeichnetem Pathos gleich eine ganze Reihe von männlichen Archetypen: Väter und Kriegsherren, die mal an der Seite der Jungfrau streiten, mal ihr mächtig in die Parade fahren. Es sind männliche Machtspiele, die da zelebriert werden und bei denen die Heldin stets Mittel zum Zweck sein soll.
Johannas Kampf um ein eigenes Schicksal in dieser Männerwelt, ihre Verstrickungen in die Schuld des Krieges und das Streben nach Reinheit in einer Zeit des Zynismus, das alles wird hier mit ungebremster Spielfreude zur Sprache gebracht. Dabei mixt Szabó souverän ikonoklastische Bilderstürme mit Elementen der Popkultur. Da treffen die Sex Pistols auf den Madonnenkult und Kathedralen verwandeln sich in Aufmarschorte für Gestalten zwischen Mad Max und Vivian-Westwood-Models.“
Norbert Raffelsiefen in Kölner Stadt-Anzeiger 05.03.2018
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Das Heilige & die Gewalt. Die Jungfrau & der Tod. Die Sehnsucht nach Engeln & Die Besudelung des Reinen. Wahn & Vision.
Die aktuelle Inszenierung von Kristóf Szabó und dem F.A.C.E. Visual Performing Arts Ensemble bewegt sich an der Schnittstelle von Theater, Tanz, Installation, Mapping- und Projection Art.
Wer war die Heldin JOHANNA von ORLEANS – und was wollte ihr Vater von ihr? Er zerstörte Ihre Zukunft und brachte ihr den Feuertod.
König Karl VII. drägte Johanna zu heiraten, die Besten wollten mit der Gotteskriegerin vor den Altar.
Die Geschichte der blutrünstigsten Visionärin der XXL History neu erzählt:
PRESSE:
„Das Text-Material von Schiller zu Splittern zerschlagen“ war das Ziel von Regisseur Kristóf Szabó. Eine frivole und mit starker Bildsprache ausgestattete Interpretation ist das Ergebnis. „Die Jungfrau von Orleans“ kann man schwerlich zu den zeitlosen Dramen von Friedrich Schiller zählen. Eine vom heiligen Geist beseelte Gotteskriegerin zieht für König und Vaterland gegen die Engländer in die Schlacht, um sich kurz darauf der väterlichen Autorität unterzuordnen und schlussendlich als Märtyrerin für Frankreich zu sterben. Sicherlich: Ein Plädoyer für den (damals noch fortschrittlich und liberal geltenden) Nationalstaat. Die göttliche Kriegslust und das dualistische Korsett von Gut und Böse sorgen aber doch für Irritationen. Kristóf Szabó hat das erkannt und liefert mit seiner dreistündigen Inszenierung eine sehr freie Interpretation des Dramas, in der teilweise ganze Akte und Hauptfiguren links liegen gelassen werden, um einer Johanna (Theresia Erfort) Platz zu machen, die in den Wirren des Krieges um ein Stück Autonomie kämpft. Die weiße Bühne dient dabei als Projektionsfläche für Installationen und Spielwiese des tanzwütigen Ensembles. Zum Schlüsselelement des Kampfes um Macht werden eine Reihe roter Bänder, die sich mal schlingpflanzenartig um den Körper der Hauptfigur zuziehen und sich mal in den Händen der nunmehr fädenziehenden Johanna wiederfinden.“ Florian Holler in Choices online 29.03.2018
Kann es in einem schlechten System eine gute Regierung geben? Wer daran glaubt, vergießt das Blut des Feindes mit strahlenden Augen.
In der Schlacht schreien schwarze Lippen den Namen Gottes an den Himmel.