Aus der Liebe gehen / Ein performatives Poem von Kristóf Szabó
Foto Kata Szép
Ein Liebespaar geht über die Grenze – die Erfahrung, ihre Heimat verlassen zu haben, erschüttert ihre enge Beziehung. Werden die Erfahrungen der Migration: der Verlust der Muttersprache, die Schuldgefühle gegangen zu sein, das Vermissen der heimischen Vertrautheit mit Licht und Schatten — ihre Liebe zerstören?
Foto Kata Szép
PRESSE:
„..Erneut ist dem F.A.C.E. Ensemble ein Glanzstück gelungen…“
Gemeinsam mit dem Advokat des Teufels, der Figur des Monsters Maldoror, scannen wir das Labyrinth der Seele eines verzweifelt Suchenden, der den unbedingten Willen zum Glück hat.
Wir sind im Uterus. Vorstellungen von Leere und Dunkel prägen diesen Ort, der sich wie ein Labyrinth verzweigt. Wir gehen tiefer. Wie eine mythische Gestalt, hat er sein Lager hier aufgeschlagen: Maldoror. Es gibt keinen Halt. Trotzdem kehren wir hierher zurück, immer wieder, mit allen unseren Ichs, um Maldoror zuzuhören. Seine Empörung über den Zustand der Welt ist bestialisch. Sie ist unsere verborgene Verzweiflung. Seine Sehnsucht Teil der Natur zu bleiben teilen wir mit ihm. Die Figuren, die er sich erschafft, sind Gedankenspiele: selbst die bösesten suchen mit uns den Sinn der Liebe. Bald sind wir mit ihm an dem Ort, wo alles angefangen hat: Am Ufer des Ozeans, um uns zu erinnern. Was Heimat war, wissen wir erst, nachdem wir sie verworfen haben.
SCHAUSPIEL Maximilian von Mühlen (als Maldoror) INSTALLATION Boshi Nawa | TANZ Lili Oksanen | TANZ Annika Hofgesang | GRAFIK Klaus A. Burth | PR Ines Langel | VIDEO Ivó Kovács | LAKEN-SKULPTUR Mike Kleinen | TECHNIK, BAUTEN Ulrich Krähling | TEXT Lautréamont Die Gesänge des Maldoror 1. Gesang | LICHT BÜHNENBILD REGIE Kristóf Szabó
PREMIERE: 5. Dezember 19 h | Aufführungen: 6. Dezember 19 h | 8. Dezember 15 h und 19 h.
DAUER: 1 Stunde
TICKETS: 12 € | ermäßigt 9 €
ORT: BARNES CROSSING – Freiraum für TanzPerformanceKunst im Kunstzentrum Wachsfabrik Industriestraße 170 Köln-Rodenkirchen | Kartenreservierungen: kristof-szabo@gmx.de
Premierenbesprechung vom 6. Dezember 2024 bei O-Ton.online:
„Damit geht ein ungewöhnlicher wie außerordentlicher Abend zu Ende. Kaum jemand, der hier unberührt bleibt, seine offengebliebenen Fragen noch mit in die Premierenfeier hineintragen will. Von diesem Abend wird man sich eine Menge merken. Der Surrealismus lebt. Szabó gelingt es, einen Abend zu gestalten, der tatsächlich über der Wirklichkeit schwebt. Und es gibt das durch und durch überzeugende Ensemble, das mit seiner Hingabe das Publikum begeistert.“ zum kompletten Artikel
Gefördert von Stadt Köln Kulturamt
Unterstützt von Kulturpaten e.V.
Den Autor LAUTRÉAMONT neu entdecken
2024 feiern wir das 100-jährige Jubiläum des ersten Surrealismus-Manifests von André Breton, veröffentlicht im Jahre 1924. Als einen der großen Vorläufer der Traumwelten erschaffenden Bewegung nannte Breton den in Montevideo geborenen Lautréamont (eigentlich Isidore-Lucien Ducasse), der bereits im Alter von 23 Jahren in Paris 1870 gestorben war. Mit Die Gesänge des Maldoror, ins Deutsche übertragen von Ré Soupault, schuf er ein bespielloses Werk geistiger Kraft und heftigster Bilder der Sehnsucht.
Wir möchten Lautréamont außerhalb des Surrealismus als einen Visionär des Menschlichen neu entdecken – das Jubiläum 100 Jahre Surrealismus bietet einen guten Anlass.