Tanztheater
mit Adrián Castelló CV und Laura Leora Witzleben
Video-Projection Art by Ivó Kovács CV | Electronic Sound-Landscapes by Xesús Valle und @c
Video-Dokumentation (30 Minuten) https://vimeo.com/485084889

PRESSE von Thomas Linden / Kölnische Rundschau
“Der Gang zum Friseur glich in diesem Frühjahr einer Mutprobe der besonderen Art. Aber löst der Gedanke an einen Friseurbesuch nicht immer ein vages Gefühl der Ungewissheit aus? Kristóf Szabó experimentiert in seiner neuen Produktion „Hairy – Der maskierte Friseur“ mit den ambivalenten Gefühlen und Mythen, die den Umgang mit unserer Haarpracht prägen.
Den Bühnenraum der Orangerie im Volksgarten füllt eine spektakuläre Projektion aus. Ohne mit der Wimper zu zucken, lässt sich eine junge Frau ihr schönes Haar abrasieren. Selbst die Augenbrauen werden für das Messer eingeseift. Verstörend anzusehen, aber überzeugend als Geste selbstbestimmten Handelns dargeboten. Ganz anders wirkt eine Szene aus der aktuellen Serie „Inhumans“, in der einer Frau mit langem roten Haar – das ihr Superkräfte verlieh – mit Gewalt der Kopf geschoren wird.
Das Haar als Symbol der Potenz besitzt noch ungebrochene Wirkung in unserer Realität. Eine lange Reihe kahler Köpfe lädt zum Nachdenken über die Rolle der Haare für Image und Selbstwertgefühl ein.
Szabó reißt solche Aspekte an, um sich dann jedoch auf sein Kerngeschäft als Choreograph zu konzentrieren.
Der in Köln lebende Ungar neigte in der Vergangenheit zu überladenen Produktionen, in denen Zitate und kulturhistorische Bezüge üppig aufeinander getürmt wurden. Diesmal ist es anders: Szabó arbeitet reduziert und konkret mit den Mitteln des Tanzes. Laura Witzleben und Adrián Castelló bieten perlende Tanzpassagen, die nicht erzählend angelegt sind, sondern assoziativen Elementen folgen. Eine ebenso kraftvolle wie elegante Tanzfantasie. (TL)
Dauer: 30 Minuten.

Wir sprechen über uns durch unsere Frisuren. Wer hätte mehr Macht über unsere Identität, als der Friseur. Uppercut? Surfercut? Bob? Bitte nur die Spitzen! Friseur und Kund*in: Ihr Duo des Wechselspiels zwischen Vertrauen und Misstrauen beginnt mit einem Lauern einander umkreisend – bis sie zwischen Realität und Phantasie miteinander verschmelzen.
Der Körper ist nicht einfach ein Stück Natur, sondern immer auch das Ergebnis kultureller Vorstellungen und Praktiken.
Haare spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Sie markieren die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen oder religiösen Gruppe, demonstrieren Normen und Werte einer Gemeinschaft sowie die Individualität des Einzelnen. Als fester Bestandteil des Körpers sind Haare auf vielfältige Weise in Länge, Form und Farbe wandelbar; Und auf dem Kopf für jeden sichtbar, sind sie schnell als soziales Zeichen zu erkennen.

Der Friseur ist der wahre einzige Meister*: Im Friseurstuhl geben wir unsere Identität in seine Hände.
TANZ Adrián Castelló CV, Laura Leora Witzleben VIDEO-ART Ivó Kovács CV SOCIAL MEDIA Julia Karl CV PR Mechtild Tellmann LAYOUT Klaus A. Burth CV AUDIO-ART Christian Polenzky FOTO-ART Mike Kleinen CV KOSTÜM Adrián Castelló – Kristóf Szabó – Emese Kasza CV LICHT Jan Wiesbrock – Kristóf Szabó ELECTRONIC SOUND-LANDSCAPES Xesús Valle und @c CHOREOGRAFIE Kristóf Szabó – Laura Leora Witzleben – Adrián Castelló KONZEPT, STAGE- SET, ZEICHNUNG (Mond) & REGIE Kristóf Szabó CV
Gefördert von Stadt Köln Kulturamt
Koproduktion mit dem Orangerie Theater
Das F.A.C.E.Ensemble wird 2020 von der RheinEnergieStiftung Kultur gefördert
